Karriere machen, das wollen viele. Doch welches Maß an Engagement ist in Ordnung und wann nimmt es überhand? Wir haben Lebens- und Karrierecoach Marvin Matzleder getroffen der uns im Interview verrät wie Sie den Spagat zwischen Freizeit und Arbeit schaffen.

In den ersten Jahren einer jungen Karriere ist es besonders wichtig, sich darüber klar zu werden was Sie erreichen wollen und welcher Aufwand realistisch erscheint um dieses Ziel auch zu schaffen. Wer sich nicht darüber im Klaren ist, was auf einen zukommt dem wird seine Arbeit schnell über den Kopf wachsen, so der Experte.

Wenn Sie einen neuen Arbeitgeber haben und noch ganz am Anfang der Karriereleiter stehen, müssen Sie natürlich den Fokus erst einmal auf Ihren Beruf legen. Wer gleich zu Beginn dem Chef Überstunden und zusätzliche Arbeit ausschlägt hat meist schlechte Karten. Wichtig ist aber trotzdem seine Position zu vertreten und sich nicht ausnutzen zu lassen. Es ist entscheidend, den Respekt Ihres Vorgesetzten und Ihrer Kollegen nicht zu verlieren.

Auch hier ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen. Wollen Sie Familie und Kinder? Wollen Sie viel Reisen und freie Wochenenden? Oder möchten Sie Chefin einer erfolgreichen Firma werden?
Nicht zwangsläufig sind dies Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Das kommt ganz auf die Branche an, in der Sie erfolgreich sein möchten. Nicht immer muss es eine strikte Trennung der sogenannten „Work-Life-Balance“ geben, meint Marvin Matzleder. Seine Leidenschaften mit dem Beruf zu vereinen, ist der beste Weg um erfolgreich zu sein.

Wem sein Job keinen Spaß macht, der wird auch niemals durchstarten. Sobald Sie merken, dass Ihnen jede Minute die Sie abends länger arbeiten schwer fällt, oder Sie sich montags schon nach dem Wochenende sehnen, sind das eindeutige Zeichen, dass Sie etwas verändern müssen. Oft ist es gar nicht die falsche Branche, sondern nur der falsche Arbeitgeber, so der Coach.

Arbeiten Sie für sich einen gezielten Plan aus. Beantworten Sie sich selbst folgende Fragen:

– Welcher Job würde mich glücklich machen?
– Ist mein Traumjob ein realistisch zu erreichendes Ziel? (Reicht meine Vorbildung, Alter, Wohnsituation, Geld ect.)
– Wie weit bin ich bereit zu gehen, um mein Ziel zu erreichen? (Werden Sie hier ruhig etwas konkreter: Arbeitswochenstunden, Überstunden, Reisen, Gehalt)
– Wo liegen meine Prioritäten (Familie und Kinder, Reisen, eine große Wohnung, Hobbys ect.)
– Sind meine Prioritäten vereinbar? (Wenn Sie hier eine ganz klare Vorstellung haben, können Sie dies gegebenenfalls auch mit Ihrem Arbeitgeber besprechen)
– Inwieweit bin ich bereit Abstriche zu machen?
– Gehaltsvorstellungen (jetzt und in einigen Jahren)

Wenn Sie hier eine klare Linie haben, wissen Sie genau was sie wollen und was sie schaffen möchten. Dies ist nicht nur motivierend, sondern verhindert auch das sie in eine falsche Richtung agieren. Nicht immer muss eine Karriereleiter bis zur obersten Position reichen, oft stellen Menschen fest, dass Ihnen eine kleinere Führungsposition reicht und Sie so leichter Privates und Beruf vereinen können. Jeder muss seinen individuellen Weg finden. Wer weiß was er will, kann auch erreichen was er will.