Die meisten deutschen Paare lernen sich laut einer Studie bei der Arbeit kennen.
Jeder, der schon einmal eine längere Zeit Single war, weiß wie schwierig es ist den Seelenverwandten zu finden, vor allem wenn man den Großteil seiner Zeit am Arbeitsplatz verbringt. Da liegt es doch nahe, sich einmal im Kollegenkreis umzusehen. Doch ist es auch wirklich eine gute Idee, Liebe und Job zu vermischen?

Funktionieren kann es auf jeden Fall, meint Liebesexperte Florian Heinzinger aus München. Er hilft Singles in Deutschland mit hilfreichen Tipps, den Partner fürs Leben zu finden und zu halten. „Viele Karrierefrauen haben in ihrem Privatleben keine Zeit, groß auf Männersuche zu gehen, deshalb nutzen viele Singles die Arbeit um jemanden kennenzulernen“ , meint Herr Heinzinger. Zusammenzuarbeiten ist ein einfacher Weg um sich näher zu kommen. Jeder befindet sich in seinem gewohnten Umfeld und tut das was er kann. „So fällt es den meisten viel leichter einen Smalltalk zu führen und den Menschen ihrer Wahl zum Essen einzuladen“ , erklärt der Experte.

Ist die erste Hürde genommen und ein Treffen ist vereinbart kann es losgehen. Bei vielen ersten Dates haben wir Angst davor, kein Gesprächsthema zu finden und das so eine peinliche Stille entsteht. Beim Treffen mit einem Kollegen gibt es immer etwas über das man reden kann, auch wenn es nur der nervige Chef ist, über den sich gemeinsam lustig gemacht wird. Auch die furchtbaren drei Tage, die angeblich immer abgewartet werden sollen, bis man sich wieder meldet, oder den lang ersehnten Anruf erhält werden einem erspart, da man sich zwangsläufig am nächsten Tag bei der Arbeit sieht. „Das ist eine der schwierigsten Situationen, die es zu meistern gilt – der Tag danach -. Doch wer hier darauf achtet sich locker und normal zu verhalten, braucht nichts zu befürchten. Wenn sich Liebe und Job überschneiden ist es das aller wichtigste professionell mit jeder kommenden Situation umzugehen“ , rät Florian Heinzinger.

Wird aus ein paar zwanglosen Treffen eine feste Beziehung, so sind folgende Tipps unbedingt zu beachten:

– Versuchen sie Privates und Berufliches so gut wie möglich zu trennen. Küssen und sonstige Liebesbekundungen sind am Arbeitsplatz völlig unangebracht und können sogar zu Kündigung führen. Außerdem halten sie ihre Beziehung frischer, wenn sie dies auf ihre vier Wände zu Hause beschränken, da sie ohnehin schon mehr Zeit als andere Paare miteinander verbringen.

– Streitigkeiten die sich aus dem privaten Umfeld in das berufliche ziehen sind absolut unprofessionell, halten sie von der Arbeit ab und sorgen für eine angespannte Atmosphäre. Sie sollten eine Vereinbarung treffen, dass sie jede Auseinandersetzung an der Bürotür abgegeben wird. Oftmals wächst so auch Gras über einen Streit und er ist oftmals auch privat vergessen.

– Falls sie und ihr Partner sich in einem Chef- Angestellte Verhältnis befinden, müssen sie unbedingt darauf achten, dass sie den Menschen an ihrer Seite anderen gegenüber nicht bevorzugen. Dies wird oft sehr schwierig, wenn die Kollegen von ihrer Beziehung wissen. Hier kann es schnell zu Vorurteilen und Lästereien kommen. Deshalb ist es sehr wichtig ein gutes Fingerspitzengefühl zu entwickeln, um dies zu vermeiden. Erwarten sie umgekehrt auch nicht, dass sie bevorzugt werden. Wer die „Hosen anhat“ kann privat oft ganz anders aussehen.

– Wenn der traurige Fall einer Trennung eintritt, ist es sehr wichtig offen miteinander zu sprechen, bestenfalls schon im Vorfeld. Jeder der Beteiligten ist verletzt und empfindlich. Gehen sie respektvoll miteinander um und versuchen sie sich zu anfangs so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Verhalten sie sich professionell und konzentrieren sie sich auf ihre Arbeit.

Das Wichtigste ist es also die Beziehung zu einem Kollegen nicht am Arbeitsplatz auszuleben und sich weiterhin auf seinen Job zu konzentrieren, dann steht einer solchen Verbindung nichts mehr im Weg. Da freuen wir uns doch alle morgen früh in unser schönstes Kostüm zu springen und uns bei den süßen Kollegen einmal umzusehen.

Lieben Gruß ihre

Büroheldinnen

 

Text und Bild: Nadine Estermann