Heute morgen aufgewacht und der Kopf brummte? Beim Aufstehen wurde Ihnen schwarz vor Augen? Dann sollten Sie heute lieber zu Hause bleiben. Denn im Büro würden Sie den Kollegen nicht helfen, sondern sogar eher noch schaden.

Besser daheim bleiben

Auch ich kenne dieses Pflichtgefühl: Irgendwie werde ich den Tag schon überstehen, denn die Kollegen können im Moment einfach keinen Ausfall mehr verkraften. Vor allem als Frau will man ja tough sein und es den männlichen Kollegen beweisen. Und doch: Vernünftiger ist es jetzt, das Bett zu hüten. Das hat mehrere Gründe.

Erstens besteht bei Ihrer Krankheit womöglich Ansteckungsgefahr. Bei Ihnen verursacht der Virus vielleicht „nur“ ordentliches Kopfweh und eine Kreislaufstörung – aber wie sieht es mit Kindern oder Senioren aus? Schon auf dem Weg ins Büro könnten Sie als lebendige Bazillenschleuder vielerorts Schaden anrichten – von Ihren Kollegen und Kunden im Büro ganz zu schweigen.

Ein Schaden für Ihren Arbeitgeber und Sie selbst

Auch Ihrem Arbeitgeber tun Sie keinen Gefallen: Eine Studie der Strategiefirma Booz & Company ergab 2011, dass deutsche Firmen doppelt so viel Geld durch Angestellte verlieren, die sich krank zur Arbeit schleppen, als durch solche, die sich erst einmal anständig auskurieren.

Das hat auch damit zu tun, dass Sie nicht im Vollbesitz Ihrer Kräfte sind. Da sitzen Sie nun an Ihrem PC und schreiben möglicherweise eine wichtige Abrechnung. Die Konzentration schwindet, und schon haben Sie einen riesigen Schnitzer in die Arbeit gebracht. Bis dieser gefunden wird, können aber auch noch Wochen von letztendlich sinnloser Arbeit vergehen.

Und zuletzt sollten Sie unbedingt an sich selbst denken: Heute könnten Sie sich noch irgendwie durch den Tag schleppen, aber was passiert morgen? Eine normale Viruserkrankung ist nach drei oder vier Tagen wieder verschwunden – aber wenn sie den Infekt verschleppen, leiden Sie unter Umständen noch Monate später darunter. Als Frau ist das besonders gefährlich. Womöglich werden Sie in nächster Zeit schwanger, und auch Ihr ungeborenes Kind nimmt Schaden.

Warum erwischt es immer mich?

Also: ab zurück ins Bett. Und wenn es Ihnen langweilig wird, denken Sie vielleicht noch kurz über eine Frage nach: „Wieso bin ich eigentlich so oft krank?“ Möglicherweise bekommen Sie über Ihre Nahrung zu wenige Vitamine. Oder tragen Sie auch bei einem Meter Neuschnee den Minirock und die dünne Seidenstrumpfhose? Es wäre aber auch möglich, dass an Ihrem Arbeitsplatz etwas nicht in Ordnung ist. Ist das Büro im Winter eiskalt? Oder sitzen Sie vielleicht direkt in der Zugluft?  Dann sollten Sie ein Gespräch mit Ihrem Chef anpeilen – aber erst, wenn Sie wieder ganz gesund sind.